Lehrfahrt 2014

Kategorie: Hans-Hagen Theimer
Veröffentlicht am Sonntag, 29. April 2012 20:13
Geschrieben von Michael Rieder
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Imker fahren in die Steiermark

 

 

 

Lehr- und Studienfahrt des Kreisverbandes Imker Rosenheim
vom 25.-27.4.2014 in die Steiermark

Ein Bus voller Imkerinnen und Imker unternahm eine Besichtungsfahrt durch halb Österreich, um sich vor Ort -  an der Steirischen Apfelstrasse, östlich von Graz, nahe der ungarischen und slowenischen Grenze - über den derzeitigen Stand der dortigen Imkerei zu informieren.

Zuerst wurde die Ölmühle Höfler besichtigt, in der Kürbiskernöl hergestellt wird. Der kleine Familienbetrieb zeigte den Ablauf der Herstellung eines Kürbiskernöles. Man konnte beim Pressen der Kerne zuschauen und auch das Ergebnis probieren.

Bei der anschließend besuchten Imkerei Janisch handelt es sich vor allem um eine Schreinerei mit mehreren Mitarbeitern, die Beuten und Rähmchen auf Bestellung herstellen. Im angeschlossenen Laden sind außerdem viele Imkereigeräte und Honigprodukte zu erwerben. Imker Janisch trug aber auch seine Betriebsweise vor.

Der Höhepunkt der Lehrfahrt war die Besichtigung des Bienengartens der Familie Frühwirt in Edelsbach. Schon von weitem erkannte man diese Imkerei an einem 10 Meter hohen Bienenkorb, der von Menschen bewohnt wird. Ein besonders schönes altes Bienenhaus des Vaters steht immer noch und wird auch noch benützt, auch wenn die Familie und eine Reihe von Angestellten jetzt rund 350 Bienenvölker bewirtschaften. Der 2500 qm große Bienengarten ist  in vielen sechseckigen Beeten angelegt, die mit bienengerechten Blumen, Sträuchern und Bäumen bepflanzt sind. Auch hier werden Bienenprodukte und Imkereibedarf verkauft. Schleuderraum, Kühlraum und weitere Arbeitsräume konnten besichtigt werden. Höhepunkt waren aber 2 Schwärme, die schon seit vielen Jahren im Bienenhaus an der Decke in einer Ecken hängen – und immer noch leben.

Dann ging die Fahrt durch die steierische Apfelstrasse. Man konnte die hübschen Häuser mit großen Grundstücken und viel Platz für Bäume und Sträucher bewundern. Viele alte Gebäude stehen aber auch leer. Viele Häuser sind neu ausgebaut oder ganz neu gebaut. Das Tal mit seine leichten Hängen ist mit viel Obstbäumen, vor allem Apfelbäumen bepflanzt, die mit Netzen gegen Hagelschlag gesichert sind. Aber auch Kirsch-, Birnen-, und Aprikosenbäume sowie Beerensträucher kann man sehen.

In einer Obstpresserei zeigte man uns dann viele Produkte – vor allem alkoholische -  die aus dem Obst hergestellt werden. Bei einer Verköstigung  konnte dann jeder seinen Favoriten herausfinden, auch mit Obstsäften.

Im „Haus des Apfels“ waren dann die verschiedenen Apfelsorten, Gerätschaften und Apfelprodukte zusehen. Auch hier wurde immer wieder der Bogen zur Bienenhaltung gezogen.

Am letzten Tag gab es eine Besichtigung in der Imkerei Kern. Bis zu 180 Völker hält der 65-jährige Imker unter Mithilfe seine Lebensgefährtin, die uns auch wieder mit Imkereiprodukten versorgte. Hier wird auch viel mit den Bienen gewandert, bis zu 110 km weit. Sehr schön war auch hier ein bienengerechter Garten mit allen Bäumen, Sträuchern und Blumen, die Bienen so mögen. Höhepunkt ist hier aber die Königinnenzucht. Herr Kern züchtet große Mengen an reinrassigen Carnica-Bienenköniginnen sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Verkauf, die höchste Auszeichnungen bekommen.

Beim abschließenden Apfelblütenfest in Puch konnten wieder Apfelprodukte, ein Kräutergarten, der kleine Ort und die Umgebung besichtigt. Es wurde gesungen und Musik spielte auf – und wir wurden öffentlich begrüßt und bekamen sogar Beifall.

Interessante Eindrücke, fachliche Gespräche und ein gemütliches Beisammensein rundeten eine vom Ehepaar Sollinger  gut vorbereitete, schöne Ausflugsfahrt ab. Und unser immer fröhlicher Busfahrer Kurbi bracht uns sicher nach Hause.

Hans-Hagen Theimer, Fachwart